Konzept

Primäres Ziel ist es, die Fähigkeiten für den Verbleib in der eigenen Wohnung/ Häuslichkeit zu fördern.

Der konzeptionelle Ansatz unterscheidet sich von einer „klassischen“ Tagespflegeeinrichtung dahingehend, dass die Inhalte ausschließlich auf Menschen mit Demenz ausgerichtet sind. Es handelt sich damit um eine segregative Betreuungsform. Um dieser Zielsetzung gerecht werden zu können,
besteht das Pflegeteam durchgehend aus Pflegefachkräften mit gerontopsychiatrischen Zusatzqualifikationen und entsprechend angeleiteten ehrenamtlichen Helfern.
Das Angebot bietet besondere Möglichkeiten, psychische und soziale Probleme demenziell erkrankter älterer Menschen zu berücksichtigen. Die Betreuung bietet Sicherheit in der Lebensgestaltung für Menschen, die Orientierung und Unterstützung benötigen. Durch  umfassende Inhalte wie Therapie, Pflege und aktivierender Beschäftigung wird die geistige und körperliche Beweglichkeit gefördert.
Der Tagesablauf wird durch gemeinsame Mahlzeiten ( Kaffee und Kuchen ), Gruppenaktivitäten, Einzelbegleitungen und Ruhephasen strukturiert. Dadurch soll die Gruppe gestärkt, und die Schaffung einer entspannten, vertrauten und wohnlichen Atmosphäre ermöglicht werden.


Therapeutische Angebote

Gedächtnistraining
Gedächtnistraining unterscheidet sich von Gehirnjogging dadurch, dass es sich an ein erkranktes Publikum wendet oder zur Prävention eingesetzt wird und nicht den Charakter eines Sports oder einer reinen Freizeitbeschäftigung hat. Ein Wirksamkeitsnachweis konnte für die Aufgaben
erbracht werden, die geübt wurden, wie zum Beispiel das Wiedererkennen von Gesichtern auf Fotos oder die Orientierung in der Umgebung.


Biografie Arbeit – Verstehen des Dementen
Es wird versucht durch Biografie Arbeit zu erfahren, welche Bedeutung bestimmte Verhaltensweisen für den dementen Menschen haben. Je gründlicher die Biografie sowie die Gewohnheiten und Eigenheiten eines Menschen bekannt sind, umso leichter wird er verstanden werden können.


Das Realitätsorientierungstraining (ROT)
Den Betroffenen werden Verhaltenshilfen gegeben, speziell für die zeitliche und räumliche Orientierungsleistung. ROT unterstützt die Strukturierung des Alltags unter seinen Wahrnehmungs-, Erlebnis-, Gestalt- und Kommunikationsaspekten. Ziel des Trainings (in Kleingruppen) ist es, die
Orientierung in Bezug auf Zeit, Raum und die eigene Person zu fördern und aufrecht zu erhalten. Mittel: Gespräche, Vorlesen aus Zeitung oder Büchern mit anschließender Diskussion, Einprägen und Wiederholen von Fakten, Spiele, Spaziergänge.


Validationstherapie
Validation bedeutet verwirrte Menschen ohne Vorbehalte zu akzeptieren und sie nicht verändern zu wollen. Validationsziele sind: Verminderung von Unruhe- und Erregungszuständen, Rechtfertigung des gelebten Lebens, Verminderung eines Rückzuges ins Vegetieren. Methodik: Den verwirrten Menschen erreichen, eher auf seine Gefühlsäußerungen reagieren als zu korrigieren.
Nicht die selbst wahrgenommene Realität sondern die gefühlshaft wahrgenommene Realität des Betroffenen steht im Interesse. Hineinversetzen in die inneren Bilder des Patienten, Hineinversetzen in wechselnde Stimmungslagen dieser Bilder. Validation ist gekennzeichnet durch Bestätigung der Gefühle (Kummer, Ärger, Misstrauen), verständnisvolle Anerkennung von Antrieben (Humor, Ordnungssinn, Pflichtbewusstsein).


Basale Stimulation
Die Basale Stimulation versteht sich als Versuch, Kommunikation zu anderen Menschen aufzubauen. Basal bedeutet hier, dass ganz elementare Voraussetzungen genutzt werden, um mit den betroffenen Menschen in einen Dialog zu treten. Dies geschieht über die Wahrnehmungsbereiche Hören, Sehen, Tasten, Fühlen, Bewegen. Die Basale Stimulation bietet ein breites Spektrum von vibratorischer Wahrnehmung von Tiefe, angenehme rhythmische Massagen, über taktil haptische, olfaktorische oder gustatorische Angebote, über Geräusche, Töne, Musik, visuelle Erfahrungen bis hin zu vielfältigen Eindrücken, wie etwa bei einem sinnesorientierten Naturspaziergang oder
einem Wohlfühl-Bad.


Musizieren- Künstlerisches / Kreatives Gestalten
Diese Ansätze sind nonverbale und emotionale Ausdrucksmedien, die neue Zugangswege zu nicht mehr kommunikationsfähigen Demenzpatienten schaffen können. Das nonverbale Gestalten mit künstlerischen Mitteln ist ein Instrument zur Harmonisierung emotionaler Potenziale. Es eröffnet die
Möglichkeit, mit dem Demenzpatienten die emotionale Kompetenz zu üben und gleichzeitig eine belebende Kommunikation zu entwickeln. Musik ist ein geeignetes Mittel, um das Selbsterleben zu fördern, das Erinnerungsvermögen anzuregen und gemeinsame, soziale Erfahrungen zu vermitteln. Sie kann bei dementen Menschen als kommunikativer Zugangsweg genutzt werden. Musik ist hilfreich für die Aktivierung und die soziale Integration von Demenzpatienten. Ziele sind dabei weniger langfristige Veränderungen als vielmehr das unmittelbare Erleben der Teilnehmer als
„gesund“ und „ganz“ in der gegenwärtigen Situation.


Das Ziel des künstlerischen Gestaltens ist es, die noch vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten, zu verstärken und so den Verlauf der Krankheit zu beeinflussen. Die Betreuungskraft macht dem Dementen dessen Fähigkeiten bewusst und stärkt damit dessen
Selbstwertgefühl und Persönlichkeit. Die Lebensqualität nimmt zu. Dies erfolgt abwechselnd durch Maleinheiten (z.B. mit Wasserfarben) oder auch durch den Umgang mit ästhetischen Materialen wie Sand, Ton, Gips, Zement; Samt, Leinen, Wolle, Jute; Wasser, Kleister, Leim.


Milieutherapeutischer Ansatz / Orientierung
Das Umfeld wird den Bedürfnissen der Menschen mit Demenz angepasst. Die Räume sind hell und freundlich, Einrichtungsgegenstände, wie Möbel und Bilder stammen aus der Lebenswelt des dementen Menschen und werden u.U. wiedererkannt. Im Tagesablauf sind regelmäßig wiederkehrende Rituale eingebaut. Gewohntes (Tätigkeiten) und Liebgewonnenes (Gegenstände) werden integriert. Ziel ist eine gewohnte Wohnatmosphäre mit Küche/ Wohnzimmer zu schaffen, die dem dementen Menschen Sicherheit und Geborgenheit gibt und somit ein Gefühl des „Zuhause seins“ entstehen lässt.


Bewegungsförderung
Es wird von Experten empfohlen Menschen mit Demenz eine tägliche ausreichende Bewegung zu ermöglichen. Tendenziell zeigen Studien günstige Wirkungen von körperlicher Aktivität auf herausforderndes Verhalten von Dementen. Experten empfehlen, die Bewegungsanregung und die Förderung von Körperbewusstsein in alle täglichen Aktivitäten zu integrieren, wenn keine außergewöhnlichen Einschränkungen dem absolut widersprechen. Dies kann in unterschiedlichen Formen erreicht werden (Bewegung mit Musik, Bewegung verknüpft mit Gedächtnistraining), unter Umständen auch durch passive Bewegungsübungen.